Unsere Tradition sichtbar und erlebbar
Menschen und Pferde, historische Kanonen, Fahnen und das Burgunderzelt machen unsere Tradition sichtbar und erlebbar. Seit über 440 Jahren führt die Bruderschaft den Fronleichnams-Dienst weiter.
Wir sind stolz darauf, Teil der lebendigen Traditionen Schweiz zu sein!
Geschichte
Die Geschichte der Herrgottskanoniere reicht bis ins 16. Jahrhundert zurück. In der Zeit von Reformation und Gegenreformation schlossen sich die Barbara-Bruderschaft und die Bruderschaft vom heiligen Altarssakrament zur Societas Sanctissimi Corporis Christi zusammen. Im Jahr 1580 wurde die Bruderschaft im Zusammenhang mit dem päpstlichen Nuntius Giovanni Francesco Bonhomini erwähnt. Dieses Jahr gilt als Gründungsjahr der Herrgottskanoniere Luzern.
Schon früh gehörte das Ehrenschiessen mit Kanonen zum Fronleichnamsfest. Spätestens seit der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts standen die Kanonen auf dem Gütsch. Von dort begleiteten ihre Salutschüsse die Prozession und kennzeichneten wichtige Momente des Festes.
Bis heute hat sich diese Tradition trotz zahlreichen weltlichen Veränderungen erhalten. Was vor Jahrhunderten entstand, wird mit dem jährlichen Fronleichnams-Dienst bis heute weitergeführt und ist Teil des Luzerner Kulturerbes.
Weitere Informationen zur Geschichte und Entwicklung der Herrgottskanoniere findest Du in den unten aufgeführten Quellen. Historische Unterlagen der Bruderschaft sind zudem im Stadtarchiv Luzern hinterlegt und stehen der Forschung zur Verfügung.
Weiterführende Quellen
Luzerner SS Corporis Christi-Bruderschaft (Hrsg.). (2005). 425 Jahre Bruderschaft der Herrgottskanoniere Luzern 1580–2005: Führer durch die Jubiläums-Ausstellung. Luzern.
Risi, M. (2023). Fronleichnamsfest der Herrgottskanoniere. Lebendige Traditionen Schweiz.
Zimmermann, M. (1980). Die Herrgottskanoniere von Luzern 1580–1980. Luzern.
Geschütze
Seit Jahrhunderten gehören Kanonen zum Fronleichnams-Dienst der Herrgottskanoniere. Nachdem die Bruderschaft 1871 erstmals eigene Geschütze beschafft hatte, kamen im Laufe der Zeit verschiedene Modelle zum Einsatz. Seit 1966 verwendet sie drei 7,5 cm Feldgeschütze von Krupp. Die Geschütze wurden 1903 gebaut, 1922 umgebaut und wiegen mit Schwenkschiene und Erhöhungsböcken je rund 1,4 Tonnen.
Ihre Salutschüsse markieren bis heute wichtige Momente des Fronleichnamsfestes. Der Einsatz erfolgt nach militärischen Abläufen und strengen Sicherheitsvorgaben. Damit gehören die drei Geschütze zu den prägendsten historischen Objekten der Bruderschaft.
Pferde
Je sechs Freiberger-Pferde ziehen ein Geschütz vom Eichwäldli über den Kornmarkt auf den Gütsch und wieder zurück. Die Fahrer verfügen über Erfahrung im Umgang mit Pferden und Gespannen. Die spezifischen Kenntnisse für das Fahren der Gespanne werden innerhalb der Bruderschaft weitergegeben. Beim Hinunterfahren über die steile Kanonenstrasse unterstützen zusätzlich Traktoren den Rücktransport der Geschütze, damit die Pferde entlastet und die Sicherheit erhöht wird.
Fahne
Die Bruderschaftsfahne ist das zentrale Symbol der Herrgottskanoniere bei öffentlichen Auftritten. Bereits für das Jahr 1723 sind eigene Fahnen der Bruderschaft belegt. Die heutige Fahne wurde 2024 erneuert und vom Stuckipfarrer auf dem Gütsch geweiht. Ihre Gestaltung entspricht jener von 1966, die Hermann Klapproth entworfen hat. Zu ihren prägenden Elementen gehören das christliche Kreuz in Gelb, die Luzerner Wappenfarben sowie die rote Bombe als Zeichen der Artillerie. Der Train verfügt über eine 2023 geweihte Standarte mit Pferdekopf anstelle der Bombe.
Burgunderzelt
Das Burgunderzelt dient den Herrgottskanonieren auf dem Gütsch als Unterkunft während des Fronleichnams-Dienst. Es ersetzte Ende des 19. Jahrhunderts die frühere Kanonierhütte. Auf den Dachflächen trägt das Burgunderzelt das Zeichen der Herrgottskanoniere: das Luzerner Wappen mit goldener Monstranz und gekreuzten Geschützrohren.
2026 wurde ein neues Burgunderzelt beschafft, das 2027 erstmals beim Fronleichnams-Dienst zum Einsatz kommt. Damit wird ein prägendes Element der Bruderschaft für die Zukunft erhalten.












